Kein Plan fürs neue Jahr als Freelancer? Die Frage am Kaffeetisch
2026-10-14
Es ist der 29. Dezember, kurz nach drei. Du sitzt in der Küche deiner Eltern, vor dir ein Rest Stollen und eine Tasse Kaffee, die längst lauwarm ist.
Mara, nennen wir sie so, ist Texterin. Seit vier Jahren selbstständig. Heute ist sie nur zu Besuch, eigentlich hat sie frei. Eigentlich.
Dann sagt ihr Onkel, ganz freundlich, den Löffel noch in der Hand: „Und? Wie sieht's bei dir fürs nächste Jahr aus? Läuft das gut?“
Und Mara hört sich sagen: „Ja, ja, passt schon.“
Der Satz, der nicht stimmt
Sie lächelt dabei. Sie nickt sogar. Aber im Kopf läuft schon etwas anderes.
Wie sieht es eigentlich aus? Zwei Stammkunden, ein Projekt, das im Februar „vielleicht“ weitergeht, und eine Agentur, die sich seit November nicht gemeldet hat. Mehr hat sie nicht. Keine Zahl, die sie nennen könnte. Kein Ziel. Nur ein Gefühl irgendwo unter dem Brustbein.
Sie weiß nicht, wie viel sie im Jahr gebraucht hätte. Sie weiß nicht, wie viel es am Ende war. Und sie weiß nicht, wann sie im neuen Jahr eigentlich Urlaub machen will, ohne dass es ihr wieder im Juli einfällt, wenn alle anderen schon weg sind.
Erkennst du das? Dieses „Passt schon“, das sich anfühlt wie eine kleine Lüge, die man nur sich selbst erzählt?
Zwischen den Jahren, aber nicht frei
Die Tage zwischen Weihnachten und Silvester sind für Selbstständige selten wirklich frei. Das Telefon ist ruhig, der Posteingang auch. Genau deshalb kommen die Gedanken.
Mara geht nach dem Kaffee kurz ins alte Kinderzimmer, das Laptop-Kabel noch im Rucksack. Sie öffnet das Notebook. Nur mal schauen.
Da ist der Ordner „Steuer 2026“. Da ist die Mail vom Steuerberater mit dem Terminvorschlag im Januar. Da ist ein Tabellenblatt, das sie vor zwei Jahren mal angelegt hat, „Ziele“ steht oben. Darunter drei Zeilen. Die letzte Änderung: März.
Sie klappt das Gerät wieder zu.
Nicht, weil sie faul wäre. Sondern weil sie nicht weiß, wo man anfängt. Mit den Zahlen? Mit den Kunden? Mit der Frage, ob sie überhaupt noch so weitermachen will wie bisher? Das alles auf einmal ist zu groß für einen Nachmittag zwischen Stollen und Spaziergang.
Was das leise kostet
Es ist kein dramatisches Problem. Niemand ruft an, niemand mahnt. Das macht es ja so schwer zu greifen.
Es kostet Kleinigkeiten. Im Januar nimmst du den nächsten Auftrag an, weil er da ist, nicht weil er passt. Im Frühling sagst du Ja zu einem Preis, den du dir nicht ausgesucht hast. Im Sommer fällt dir auf, dass du seit Monaten durcharbeitest, und der Urlaub, den du „irgendwann“ nehmen wolltest, rutscht in den Herbst.
Und jedes Mal, wenn jemand fragt, wie es läuft, sagst du: „Gut.“ Ein bisschen zu schnell.
Das Gefühl, kein „richtiges“ Unternehmen zu führen, kommt selten von einem großen Fehler. Es kommt von vielen kleinen Momenten, in denen du keine Antwort hast.
Der Gedanke am Fenster
Am Abend steht Mara am Küchenfenster und spült Tassen ab. Draußen knallt irgendwo schon ein früher Böller.
Sie denkt: Ich brauche keinen Zehn-Jahres-Plan. Ich brauche nur einen Ort, an dem es steht. Was ich verdienen will. Was realistisch ist. Wann ich frei habe. Was ich im Quartal prüfe, damit ich nicht erst im November merke, dass es anders gelaufen ist.
Ein einziger Ort. Kein Berg an Notizen, keine zehn Apps.
Das ist der Moment, in dem sich etwas löst. Nicht, weil plötzlich alles geklärt wäre. Sondern weil sie begreift: Das muss sich nicht jedes Jahr so anfühlen. Planung muss kein großes Wochenendprojekt sein, für das man Mut braucht. Sie darf klein sein. Ruhig. Und sie darf einmal aufgesetzt werden, damit sie dann im Hintergrund trägt.
Ein ganz normaler Montag im Februar
Spulen wir ein Stück vor. Es ist Montag, Mitte Februar, kurz nach neun.
Mara setzt sich mit dem Kaffee hin und öffnet eine Datei. Sie sieht auf einen Blick: So viel hatte ich mir für das Quartal vorgenommen, so viel ist schon da. Zwei Projekte laufen, ein drittes ist angefragt. Ihre Kapazität lässt noch Platz, aber nicht unendlich viel.
Sie muss nicht grübeln, ob sie die Anfrage annehmen kann. Sie sieht es. Und sie sieht auch die zwei Wochen im Juli, die schon als freie Zeit eingetragen sind. Nicht „mal sehen“, sondern eingetragen.
Als ihre Cousine am Telefon fragt: „Na, wie läuft's?“, antwortet Mara: „Ganz gut. Ich liege ein bisschen unter Plan, aber der Sommer ist gut gefüllt.“
Ein Satz mit Zahlen im Rücken. Er fühlt sich völlig anders an als „passt schon“.
Um sechs klappt sie das Notebook zu. Der Abend gehört ihr.
Wenn du dich in Mara wiedererkennst
Vielleicht sitzt du gerade auch irgendwo zwischen den Jahren. Bei den Eltern, auf dem Sofa, im Zug. Und die Frage „Wie läuft's denn so?“ hat dich erwischt.
Dann gibt es einen leisen Weg: Du fängst nicht mit einem perfekten Plan an, sondern mit einem Platz dafür.
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Egal, ob du ihn nimmst oder nicht: Du darfst das neue Jahr mit einer Antwort beginnen statt mit einem Lächeln.
Eine beispielhafte Geschichte, geschrieben mit KI-Unterstützung.